Interview mit… Frederik Van Lierde

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Während seines Trainingsaufenthaltes im Playitas Resort hat uns der belgische Triathlet Frederik van Lierde ein exklusiv Interview über die Entwicklung seiner Sportlerkarriere und seinen Erfolgen gegeben

Frederik , nochmals herzlich willkommen Playitas . Warum haben Sie mit Triathlon angefangen?

Als Kind war ich selber Schwimmer und habe schon immer an Schwimmwettkämpfen teilgenommen. Tatsächlich habe ich erst mit 17 Jahren mit Triathlon angefangen. Mein Landsmann Luc van Lierde hat 1996 den Ironman Hawaii gewonnen, was zu einer grossen Medienaufmerksamkeit in Belgien geführt hat. Von da an dachte ich mir dass Triathlon etwas ist, wax ich auf jeden Fall versuchen sollte.

Erzählen Sie uns darüber, wie Sie sich als Athlet weiterentwickelt haben

Auf Grund dessen dass ich früher Schwimmer war, war ichbereits früh in den ersten Positionen und hatte von Anfang an gute Ergebnisse. Am Anfang meiner olympischen Karriere habe ich versucht, mich für die olympischen Spiele 2004 in Athen für olympische Distanz zu bewerben, was leider nicht geklappt hat. Danach habe ich mich dazu entschlossen auf Langstrecke zu wechseln und bemerkt, dass meine Ergebnisse viel besser waren. Auf lange Sicht habe ich mich daher auf den Bereich konzentriert, in welchem ich die besten Ergebnisse erzielt habe.

Was macht Triathlon so besonders?

Mit drei Sportarten vereint ist Triathlon ein sehr angenehmer Sport. Triathlon wird einem nie lästig, macht immer Spass, ist sehr abwechslungsreich und findet in einer angenehmem Athmosphäre mit netten Leuten statt.

2015 hast du 2 Wettkämpfe gewonnen. Etwas merkwürdig ist es schon, dass dies die ersten und die letzten beiden gewesen sind. Erzähl uns ein wenig vom letzten Jahr.

Letzter Winter war eindeutig ein sehr erfolgreicher Winter für mich mit dem Sieg in Süd Afrika. Leider ist die Saison nicht so erfolgreich zu Ende gegangen wie erhofft, da ich nur den 5ten Platz in Frankfurt belegt habe. Nicht das gewünschte Ergebnis das ich angestrebt habe. Für das grosse Ziel Hawaii war ich in Bestform. Einige Dinge sind leider schief gegangen und wenn in Hawaii etwas schief läuft, dann geht es richtig Bergab. Diese Saison habe ich erfolgreich mit einem Sieg in der Türkei beendet, was mich mental sehr dabei bestärkt hat, positiv in die nächste Saison zu gehen.

Was erwartest du für die nächste Saison?

Mein Hauptziel ist es, erneut den Ironman Hawaii zu gewinnen. Ich habe diesen einmal gewonnen und will ihn nochmal gewinnen. Momentan ist dies meine Hauptmotivation. Ich kenne das Gefühl und weiss wie wichtig es ist, den Ironman Hawaii zu gewinnen. Neben Hawaii ist der Ironman in Frankreich mein nächstes Ziel mit dem ich am 5. Juni in Nizza anfange.

Was glaubst du ist dein Erfolgsgeheimnis?

Ich muss ehrlich zugeben dass ich nicht der talentierteste Athlet bin. Wenn man sich meine Ergebnisse ansieht, schneide ich zwar sehr gut ab, aber ich bin bei weitem nicht der Beste. Ich bin jetzt 36 Jahre alt und betreibe seit fast 20 Jahren Triathlon. Ich nehme an dasss es grösstenteils viel harte Arbeit ist.

Frederik Van Lierde HOF

Betreibst du neben dem Training noch weitere Sportarten? Hast du überhaupt die Zeit dazu für weitere Sportarten zu trainieren?

Neben Triathlon betreibe ich keinen weiteren Sport. Wie alle wissen, habe ich zwei Jungs. Einer spielt Fussball und der andere schwimmt und macht Leichtathletik. In meiner freien Zeit geniesse ich es sehr meinen Söhnen beim Training oder bei Wettkämpfen zuzusehen.

Wie viele Tage im Voraus reist du zu einem Wettkampf an?

Das kommt darauf an wie weit entfernt sich der Ort, an dem der Wettkampf stattfindet, befindet. Normalerweise reise ich 3 bis 4 Tage im Voraus an. Wenn ich beispielsweise nach Hawaii reise, bin ich meist wegen der 12 Stunden Zeitverschiebung bereits mehr als 1 Woche im Voraus vor Ort. Wie gesagt, es kommt immer ganz darauf an aber normalerweise sind es mindestens einige Tage im Voraus.

Vorhin hattest du erwähnt, dass Schwimmen deine erste Sportart war und dass du Triathlon angefangen hast weil du bereits Schwimmer gewesen bist. Hast du einige Trainingstips, wie beispielsweise für das Schwimmen?

Ich denke dass für einen Triathleten Schwimmen zwar sehr wichtig ist, bei Langstrecken jedoch die kleinste Rolle spielt. Man sollte sich bewusst sein dass man als schlechter Schwimmer keine 15 oder 20 Minuten dazugewinnt, nur weil man besonders viele Meilen reinsteckt. Es ist gut sich auf die Technik zu konzentrieren, aber es ist nicht der wichtigste Bereich im Triathlon. Ich denke, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren macht den grössten Unterschied.

Was hast du empfunden als du KONA gewonnen hast?

Ich kann das Gefühl immernoch nachempfinden. Es war das beste Gefühl welches ich jemals hatte als ich realisiert habe, dass ich gewinnen werde. Die letzten zwei Kilometer waren fantastisch! Mein Leben ist mir im Schnelldurchlauf durch den Kopf gegangen. Ich habe an viele Dinge, die in der Vergangenheit geschehen sind gedacht, die Dinge die jetzt gerade geschehen und an die Menschen welche mich unterstützen. An meine Familie, an alles. Es ist ein wahrer Mix auf Gefühlen. Wenn man die Ziellinie erreicht und realisiert dass man gewonnen hat, ist das einfach verrückt. Dies nochmal zu erleben ist die grösste Motivation für mich weil man für ca. 2 bis 3 Monate diese Erfahrung erleben darf. Man bekommt Gänsehaut und alles zieht so schnell an einem vorbei. All die Menschen die auf einen zukommen, dass man ins Fernsehen kommt und zum Sportler des Jahres auserwählt wird. Man möchte das ganze unbedingt nochmal erleben.

Was möchtest du am Liebsten tun wenn du deine Triathlon Karriere beendet hast?

Am liebsten möchte ich mit Triathlon weitermachen. Derzeit coache ich bereits 20 Triathleten und lerne sehr viel als Coach. Ich arbeite mit Menschen zusammen, erkenne wenn Dinge gut und wenn diese weniger gut laufen. Nach meiner Karriere denke ich dass mit der Erfahrung und den Namen den ich habe etwas mit Coaching und Triathlon machen werde.

Welche Anmerkungen hast du zum Playitas Resort?

Für mich ist Playitas der beste Ort zu trainieren an dem ich jemals war. Es ist ausgezeichnet dass ich über Winter hierher kommen kann, vor allem weil das Wetter in Belgien den Winter über nicht das Beste ist. Ich verbringe meist zwischen 1 oder 2 Wochen hier und gehe zur Erholung wieder nach Hause. Anschliessend komme ich wieder hier her. Ich bin jetzt zum 4ten Mal hier. Zuerst habe ich 10 Tage hier verbracht, dann 7, dann wieder 10 und jetzt sind es 2 Wochen. Es ist immer ein hin und zurück, was für mich ideal ist.

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Auf den Social Media Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram bist du sehr aktiv. Welches davon ist deine Lieblingsplattform?

Kommt ganz darauf an. Die Social Media Arbeit betreibe ich zusammen mit meinem Bruder, der gleichzeitig auch mein Agent ist. Die Postings betreibe also nicht immer ich. Ich empfinde alle drei Plattformen als gut. Besonders Instagram, da man viele Möglichkeiten hat, mit den Bildern zu experimentieren. Auf Facebook können Leute auf dich reagieren und man selber kann auch mit Ihnen interagieren. Als Athlet ist es sehr wichtig auf den Social Media Plattformen aktiv zu sein, vor allem auch für die Sponsoren und die Leute, die einem folgen.

Begleitet dich deine Familie auf deinen Reisen wenn du bei einem Wettkampf teilimmst?

Ab und zu sind sie dabei. Wenn die Wettkämpfe in die Schulferien fallen, kommen sie mit mir mit. Meine Familie war bereits öfters beim Ironman in Frankreich dabei und als meine Kinder noch kleiner waren, sind sie zweimal mit nach Hawaii gekommen.

Sie versuchen so oft wie möglich dabei zu sein. Da meine Jungs jedoch schon älter sind, müssen wir uns bewusst machen dass sie zur Schule gehen müssen.

Und nun zu den kurzen Fragen:

Was isst du am liebsten?

Spaghetti oder allgemein Nudeln

An welchem Ort würdest du am liebsten wohnen?

In Belgien, meinem Heimatort. Ich liebe es zu reisen, aber genauso wieder nach Hause zu kommen.

Wie viele Stunden pro Woche trainierst du?

Das kommt ganz darauf an, ich würde sagen maximal 35 Stunden und durchschnittlich 25 Stunden pro Woche.

Schwimmen, Radfahren oder Laufen?

Alle drei. Ich bevorzuge keines von den dreien aber es gibt auch keines welches ich weniger mag. Von daher alle drei.

Wie viele Stunden schläfst du pro Nacht? Es ist allgemein bekannt dass Ruhe für einen Athleten sehr wichtig ist.

Das stimmt, Erholung ist sehr wichtig. Ich schlafe ca. 8 bis 9 Stunden pro Nacht. Ich bin nicht der besonders grosse Schläfer, aber ich kann 8 bis 9 Stunden am Stück schlafen. Zudem halte ich kaum Nickerchen. Einige Leute halten jeden Tag ein Nickerchen. Manchmal mache ich das auch aber nicht jeden Tag.

Wie viele Fahrräder besitzt du?

Das müsste nachzählen, ich fahre mit Cervelo und habe ein TT bike, ein regular bike, ein Mountainbike und ein Streckenfahrrad. Um die 5 bis 6 Fahrräder ungefähr, für jede Disziplin eines.

Welches ist deine lieblings Distanz und Strecke?

Wenn ich an Olympische Distanz denke, dann ist meine beste Distanz ist eindeutig Langstrecke. Lieblingsstrecke ist eine schwere Frage. Hawaii ist die wichtigste, deswegen auch meine Lieblingsstrecke. Wenn ich an die Kulissen denke, würde ich Südafrika und Ironman Frankreich sagen. Die meisten Triathlon Wettkämpfe finden in wundervollen Umgebungen statt.

Bist du abergläubisch?

Nein, eigentlich nicht. Mir würde nichts einfallen bei dem ich abergläubisch wäre, wie zum Beispiel die Nummer 13 oder schwarze Katzen 🙂

 

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