Interview mit… Sebastian Kienle

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Willkommen in Playitas, Sebastian! Was inspiriert und motiviert dich, diesen Sport zu betreiben?

Dafür gibt es viele Gründe. Für mich als Profi ist die grösste Motivation das Ergebnis eines Wettkampfes. Das grösste Rennen in einem Wettkampf zu gewinnen ist definitiv das Hauptziel. Andererseits geniesse ich vor allem das Gefühl der Freiheit in diesem Sport. Es liegt an meiner Entscheidung, wo ich den Wettkampf abhalten möchte, wo ich trainieren möchte, mit welchen Leuten ich zusammenarbeiten möchte, wer mein Coach und meine Trainingsgruppe ist. Ich kann jederzeit raus gehen und das tun, was ich liebe. Dies ist auf lange Sicht die grösste Motivation für mich.

Wann hast du gemerkt, dass du Profi werden möchtest?

Das wurde mir schon sehr früh bewusst. Ich habe noch heute ein Schreiben aus der Grundschule, auf dem die Antworten darauf stehen, was man werden möchte, wenn man gross ist. Die meisten haben Dinge geantwortet wie Pirat, Astronaut oder Spion. Ich habe zu allen gesagt, dass ich professioneller Triathlet werden möchte. Ich denke, dass ich nicht allzu besessen damit wurde. Dies ist schliesslich der Hauptgrund, weshalb mein Wunsch oder Traum am Ende wahrgeworden ist.

Was macht Triathlon für dich so besonders?

Ich denke, das liegt vor allem daran, wenn man sieht, wie Altersgruppen einen Langstreckenwettkampf gewinnen. Man fragt sich immer wieder, warum sie das tun. Beim 100 Meter Sprint geht es nur um Zeit oder um das Gewinnen oder Verlieren des Rennens. Aber man hat nie das Gefühl, etwas erreicht zu haben, nur weil man das Rennen gewonnen hat. Sogar für mich als Profi ist es ein grossartiges Gefühl, selbst an nicht so guten Tagen, einen Langstreckenwettkampf zu gewinnen. Ich denke dass jeder dieses Gefühl dabei hat. Es ist mehr als nur ein Sport, den man am Wochenende treibt und dann wieder zum normalen Alltag zurückkehrt. Es ist ein Lebensstil. Dein ganzes Leben wird vom Sport beeinflusst. Ich denke, dass ist der Hauptgrund warum sich so viele in diesen Sport verlieben.

Wie sind deine Erwartungen an die nächste Saison?

Meine Erwartungen sind immer sehr hoch. Ich denke, das liegt vor allem an den vergangenen Erfolgen. Ich möchte unbedingt wieder den KONA Titel 2014 gewinnen. Ausserdem sind der Ironman in Frankfurt und die 70.3 Weltmeisterschaft in Mooloolaba, Australien meine weiteren Ziele. Dies sind meine drei Ziele. Aber KONA erneut zu gewinnen ist mein Hauptziel

Betreibst du zusätzlich noch weiteren Sport?

Ja, während der Nebensaison versuche ich soviel unterschiedlichen Sport wie möglich zu machen. Ich gehe gerne Klettern oder mache unterschiedliche Fitnesstudio Einheiten wie Crossift. Zudem gehe ich cross-country Ski fahren und mache noch ein bisschen Motorsport.

Erzähl uns ein wenig darüber, was dein Training beinhaltet.

Das Training erfordert selbstverständlich eine Menge Motivation und Konzentration. Hier in Playitas betragen meine wöchentlichen Trainingseinheiten zwischen 32 und 40 Stunden. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen die von mir per Fahrrad zurückgelegten Kilometer zwischen 800 und 900 Kilometer pro Woche. In dem Fall summiert sich das auf 45 Laufeinheiten pro Woche. Mitte Februar werden wir die Intensität deutlich erhöhen, um uns für die ersten Wettkämpfe dieses Jahr vorzubereiten.

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Wie sieht ein typischer wöchentlicher Trainingsplan bei dir aus?

Wie bereits erwähnt, trainiere ich normalerweise zwischen 2 und 4 Einheiten pro Tag. Meistens mache ich entweder eine Schwimm- oder Laufeinheit morgens vor dem Frühstück. Diese sind gewöhnlich leichtere Einheiten und etwas später geht es dann aufs Rad. Zur jetzigen Zeit haben wir bereits mit dem Intervalltraining begonnen, sodass die Radeinheiten nicht zu lang sind. Um die 4 bis 5 Stunden mit Intervall- und Krafttraining. Das Gute an diesem Ort ist, dass dieser eine hervorragende Hügellandschaft bietet um Krafttraining auszuüben und dass die Möglichkeit besteht, ins Fitnessstudion, zum schwimmen oder laufen zu gehen.

Wie waren deine Emotionen als du KONA gewonnen hast?

Man erfährt so viele Gefühle zur selben Zeit. Das blosse Gefühl, den Wettkampf geschafft zu haben, ist das Beste. Dies ist der Hauptgrund, warum Altersgruppen ebenfalls teilnehmen. Dann das Gefühl den Wettkampf tatsächlich gewonnen zu haben ist wie ein wahrgewordener Traum und eine reine Gefühlsexplosion. Man versucht seine Gefühle für eine lange Zeit zurückzuhalten, um sich nicht zu sehr auf den Sieg zu freuen. Wenn man zu früh daran glaubt, gewonnen zu haben, wird dies höchstwahrscheinlich nicht eintraffen. Grösstenteils geht es darum, sich zurückzuhalten und seine Gefühle nicht überhand über sich gewinnen zu lassen. Dann an der Ziellinie kann man alles raus lassen, was einfach grossartig und für mich der Hauptgrund ist, das ganze nochmal zu machen

Was möchtest du am liebsten machen, wenn du deine Triathlon Karriere beendest?

Gute Frage. Ich denke dass ich noch einige weitere gute Jahre vor mir habe. Mit 32 ist es jedoch an der Zeit mir selbes diese Frage zu stellen. Zu allererst möchte ich mein Studium beenden. Ich studiere Physik und internationales Management. Das ist mir sehr wichtig und ich denke, dadurch habe ich ein sehr breites Spektrum, mit dem ich mich in alle möglichen Richtungen weiterentwickeln kann. Das kann zwar im Sportbereich sein, aber ich denke, dass ich eher eine Grundlage schaffen möchte, von der aus ich in alle möglichen Richtungen gehen kann.

Welche Anmerkungen haben Sie zu Las Playitas?

Zwischen all den Möglichkeiten, die ich habe, besonders nach KONA, ist Playitas der beste Ort für meine Vorbereitung. Ich war an vielen verschienden Orten dieser Welt zum Trainieren, aber es gibt viele Gründe, weswegen ich hier her komme. Zuerst braucht man ein realtiv stabiles Wetter. Diesen Winter hatten wir das beste Wetter überhaupt. Es gab keine Wolken und keinen Wind, ganze 3 Wochen lang, das war wirklich toll. Aber selbst wenn das Wetter schlecht ist, ist es vielleicht 1-2 Tage so. Ein weiterer Grund ist, dass es nicht sehr weit von zu Hause entfernt ist. Ich kann ohne Zwischenstopps hier her fliegen, es sind nur 4,5 Stunden Flug und das ist sehr angenehm für mich. Und dann natürlich die Anlage. Wenn du 6 bis 7 Stunden am Tag trainierst, brauchst du alles sehr nah beieinander. Du musst keine halbe Stunde woanders hin fahren, um zu schwimmen und wieder eine halbe Stunde um ins Fitnessstudio zu gehen oder so. Alles ist so nah beisammen, das ist sehr wichtig. Der Pool ist wirklich toll. Für mich als schwacher Schwimmer ist es sehr wichtig, einen guten Pool zu haben. Die Wassertemperatur ist genau richtig, sodass man auch nach einer langen Fahrradtour noch schwimmen kann. Das Wasser ist nicht zu kalt und es ist einfach grossartig, wenn man morgens den Sonnenaufgang über dem Pool hat. Ich wette, man findet jede Menge Bilder davon im Internet. Und dann natürlich das Essen. Das Essen muss gut sein, besonders wenn man längere Zeit hier ist, so wie ich jedes Mal. Es ist gut, eine Variation der Mahlzeiten und Qualität zu haben. Natürlich sind die anderen Teile der Anlage auch super. Man hat das Fitnessstudio, das sehr schön ist. Gerade im Winter muss ich viel Kraft- und Kerntraining machen. Letztenendes sind es die Mitarbeiter, die toll sind. Sie wissen genau, was Sportler wollen und wissen auch, dass sie manchmal ein wenig verrückt sind J, vor allem wenn sie zusammen in einer Gruppe sind. Ich kann auf jeden Fall viele Gründe aufzählen, warum ich hier her komme und wieso ich meine Vorbereitungen so ziemlich hier gemacht habe.

Lass uns nun zu den kurzen Fragen wechseln.

  • Was ist dein Lieblingsessen?

Pizza.

  • Wer ist dein Lieblingstriathlet?

Ausser mir? J Ich würde sagen Jan Frodeno, weil er mein Freund ist, er ist aber auch eine grosse Motivation für mich.

  • Und dein weiblicher Lieblingstriathlet?

Es gibt viele gute Menschen im Sport. Wenn ich mir eine aussuchen müsste, wäre es Åsa Lundström, die zusammen mit mir im Team Orca ist. Sie ist ein sehr intelligentes Mädchen und es ist immer nett mit ihr zu erzählen, auch wenn man nicht über Triathlon sprechen möchte.

  • Wo würdest du am liebsten leben?

Um dort für immer zu bleiben, würde ich Maui wählen.

  • Wie viele Stunden die Woche trainierst du?

Zwischen 30 und 40 Stunden.

  • Schwimmen, Fahrrad fahren oder Laufen?

Wir nennen es Triathlon, also alle drei. J

  • Wie viele Stunden schläfst du?

Da ich schlafen mag, versuche ich so viele Stunden zu schlafen wie möglich. Ich schlafe rund 8,5 Stunden die Nacht und dann versuche ich noch 1,5 Stunden zu schlummern.

  • Unser Nationalsport ist die Siesta. Hältst du auch ein Nickerchen?

Ja, auf jeden Fall. Nickerchen halten ist mein liebstes Hobby. J

  • Wie viele Fahrräder hast du?

Viele. Ich würde sagen mindestens 12.

  • Was ist deine Lieblingsdistanz- oder Rennen?

Mein Lieblingsrennen ist XTerra Maui.

  • Irgendein Aberglaube?

Nicht wirklich. Ich glaube an Vorbereitung und an das, was ich kann, also nichts davon.

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